Literaturpreis der Kunststiftung NRW - Straelener Übersetzerpreis 2008

Der Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW wurde im Jahr 2008 an den Übersetzer Gerhardt Csejka aus Frankfurt/Main vergeben. Gerhardt Csejka erhielt die Auszeichnung für seine Übersetzung von Mircea Cărtărescus Werk “Die Wissenden” (Zsolnay Verlag, Wien, 2007) vom Rumänischen ins Deutsche. Gleichzeitig wurde das Gesamtwerk des Übersetzers ausgezeichnet.

“Csejka, ein Kenner der Besonderheiten der jungen rumänischen Literatur, hat in seiner Übersetzung des Romanwerks Orbitor. Aripa stanga das „Echo des Originals erweckt“, wie Walter Benjamin es nennt, ohne die Differenzen einzuebnen. Er hat die Sprach-Grenze aufgehoben, indem er sie vernichtete und in reflektierter Übersetzerarbeit gleichzeitig bewahrt hat. Er hat sich, wie gesagt, von den Flöhen küssen lassen – den Flöhen der Nuance und Differenz, den Flöhen der kulturellen Eigenheiten. Darüber hinaus hat er diese Flöhe dem Zsolnay-Verleger Herbert Ohrlinger ins Ohr gesetzt.”, so der Laudator Jan Koneffke.

Der Preis wurde am 5. Juni 2008 vom Präsidenten der Kunststiftung NRW, Dr. Fritz Schaumann, im Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen übergeben.

Der Jury gehörten Gertraude Krueger, Denis Scheck, Hubert Spiegel, Peter Urban-Halle und Giovanna Waeckerlin-Induni an.

Aus der Begürndung der Jury

Mit sprachgewaltigen Wortschöpfungen beschreibt Csejka die Verwerfungen der rumänischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und gibt Einblick in die eisenstarren, zwischen Realität und Paranoia schillernden totalitären Systeme. Csejka als Übersetzer löst ein, was Cărtărescu vom Engel fordert: Er ist der Mittler, der, in Glauben gehüllt, vom Geist ausgeht und die Materie bewegt, sie formt und gefügig macht.