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Anderwelt und Eigensprache

 

 

Sprachenübergreifendes Seminar zum Übersetzen von Fantasyliteratur

9. bis 13. November 2011

im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen

Seminarleitung: Hans-Ulrich Möhring und Karen Nölle

 

 

Fantasy treibt einen Aspekt aller Literatur ins Extrem: das Abtauchen in fiktive Welten, wo man als Leser der Alltagswirklichkeit entfliehen und sich den eigenen Wünschen und Träumen von Heldentum, großer Liebe, wesentlichem Leben, Sieg des Guten über das Böse usw. hingeben kann. Wie jede Droge wirkt sie meistens betäubend, sie kann aber auch das Bewusstsein erweitern und durch die Distanz den Blick auf den Alltag schärfen. Entsprechend arbeitet die sprachliche Gestaltung von Weltenbau, Zeitreise, Drachenkampf mit typischen Mustern wie originellen Brüchen und greift dabei auf eine breite Palette von mythischen, literarischen und popkulturellen Elementen zurück.

 

Diese Register erkennen und in der Übersetzung selbst ziehen zu lernen, braucht es Übung.

 

In der gemeinsamen Arbeit an den eingereichten Texten wollen wir Fragen nachgehen wie: Welches Hintergrundwissen muss erarbeitet werden? Wie viel Wirklichkeit enthält die Fiktion? Wie findet man deutsche Lösungen für sprechende Namen, anderweltliches Personal, unterschiedliche Sprachebenen, Formen der Anrede u.v.m.? Vor allem, wie entwickelt man ein Gefühl für den inneren Zug und Zusammenhalt eines Textes, jenseits oberflächlicher Mängel und Richtigkeiten? Und, welche Balance hält man zwischen dem Flüssigkeitswunsch der Leser (und des Lektorats) und dem eigenen Gefühl für innere Stimmigkeit, zwischen den eigenen Qualitätskriterien und dem vertretbaren Arbeitsaufwand?

 

 

Als Gastreferenten werden Sascha Mamczak, Lektor beim Münchner Heyne Verlag, über die Erwartungen und Erfahrungen des Lektorats und Hannes Riffel von der Berliner Fachbuchhandlung Otherland über grundsätzliche Aspekte des Genres sprechen.

 

 

Teilnahmevoraussetzung: erste Berufserfahrung.

 

 

Keine Teilnahmegebühr, die Fahrtkosten werden nach Möglichkeit erstattet.

 

 

Einzureichen sind:

 

1. eine kurze Bio-Bibliographie,

 

2. ca. 5-7 Normseiten der Übersetzung, an der gearbeitet werden soll, möglichst ein noch nicht abgeschlossener, in Ausnahmefällen auch ein alter Text mit ungelösten Problemen (bitte Zeilen nummerieren, evtl. Problemstellen markieren)

 

3. Kopie des Originals,

 

4. kurze Darstellung von Autor und Werk.

 

 

 

Einsendeschluss:  15. September 2011, die Auswahl der Teilnehmer erfolgt bis 1. Oktober.

 

 

Bewerbungen per Post an:

 

Hans-Ulrich Möhring und Karen Nölle

Am Wiesengrund 1

24306 Niederkleveez

 

 

 

Für Rückfragen:

Hans-Ulrich Möhring,

Tel. 04523-880018, hum(at)humoehring.de

Karen Nölle,

Tel. 04523-880562,  mail(at)karen-noelle.de

 

 

 

Veranstaltet vom Deutschen Übersetzerfonds

www.uebersetzerfonds.de