Isabel Bogdan und Helga Frese-Resch
Auch wenn sich Übersetzer oft die Finger nach der ernsthaften Literatur lecken: Ohne Unterhaltungsliteratur wären die meisten Übersetzer ohne Auftrag und die meisten Verlage pleite. An der Unterhaltungsliteratur kommt keiner in der Buchbranche vorbei, das zeigt bereits ein Blick auf die Bestsellerliste, Tendenz steigend. Triviale oder U-Texte gelten gemeinhin als einfacher zu übersetzen – doch trifft dies wirklich zu? Wo liegen die spezifischen Schwierigkeiten beim Übersetzen von Unterhaltungsliteratur?
Viel mehr als in der Hochliteratur rücken bei der Unterhaltungsliteratur Zielgruppen ins Blickfeld, deren Ansprüche und Erwartungen bedient werden müssen, und dabei soll Sprache vor allem nicht stören. Ein Krimi soll vor allen Dingen spannend, ein Frauenroman romantisch, ein Comedyroman lustig sein, da die Leser dies erwarten. Mit welchen Vehikeln ist dem beizukommen, wie sehen „flüssige Texte“ aus, was beinhalten sie, und vor allem, was beinhalten sie nicht? Wie weit darf, ja muss der Übersetzer sich vom Text lösen, wie weit darf oder muss er korrigierend eingreifen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen?
Anhand der eingesandten Übersetzungen der Teilnehmer wird geübt, die nötige Geschmeidigkeit herzustellen. Neben Tricks und Kniffen rund um das Übersetzen von Unterhaltungsromanen soll das Seminar aber auch Einblicke ins Lektorat vermitteln, über die Hintergründe von Verlagsentscheidungen informieren und beim Überspringen der manchmal viel zu hohen Mauer zwischen Übersetzer und Verlag helfen.
Teilnahmevoraussetzung: erste Berufserfahrung
kurze Bio-Bibliografie und ca. 10 Normseiten aus einer eigenen, möglichst noch nicht abgeschlossenen Übersetzung (mit Original)
1. April 2011 (Poststempel)
Europäisches Übersetzer-Kollegium
Stichwort "Seminar U-Literatur"
Postfach 1162
47628 Straelen
Bewerbungen sind auch per E-Mail möglich an euk.straelen(at)t-online.de
Finanziert vom Deutschen Übersetzerfonds
www.uebersetzerfonds.de